Geld und Ziele

Vorwörter

  • Angefangen hat das alles mit der Situation, dass ich gearbeitet habe und mehr Geld verdient habe, als ich zum täglichen Leben brauche.
    Dann habe ich angefangen zu überlegen:

    • Was soll ich mit dem Geld machen?
    • Brauche ich das Geld überhaupt oder sollte ich lieber auf etwas anderes fokussieren?
    • Was will ich eigentlich im Leben?
    • Was ist Geld eigentlich?

    Auf dieser Seite habe ich ein paar Gedanken die mir dabei gekommen sind zusammengefasst. Ich würde mich freuen Feedback, Fragen, andere Gedanken oder Kommentare zu erhalten!

  • Geld ist gespeicherte Arbeitszeit:
    Ich arbeite und bekomme dafür Geld. Dieses Geld kann ich dann zum Frisör bringen und der arbeitet dann dafür. Oder zum Bauern und der gibt mir die Früchte seiner Arbeit dafür.
  • Geld ist Macht:
    Statt Arbeitszeit von Frisören oder Bauern oder Ärzten kann ich mir auch Arbeitszeit von Soldaten, Auftragskillern, Lobbyisten kaufen. Oder ich geb einfach das Geld für Korruption aus. In jedem Fall wird dann auf der Welt passieren was ich will. Ich habe also Macht, weil ich Geld habe.
  • Geld ist kein Selbstzweck:
    Geld selbst kann man nicht essen oder sonstwie nutzen. Es ist nur deshalb interessant um damit andere Ziele zu erreichen – es also gegen was anderes einzutauschen. Geld ist also nur ein Tauschmittel.
  • Geld macht nicht glücklich:
    Geldbesitz beruhigt bis zu einem gewissen Grad da man damit keine Angst vor Notlagen (Arbeitslosigkeit, Unfall, Krankheit, etc) mehr haben muss. Geldbesitz sorgt aber auch dafür, dass man Angst bekommt es wieder zu verlieren.
  • Keine Haftung:
    Alles hier ist meine Meinung und keine Anlageberatung. Ich übernehme keinerlei Haftung. Alle Angaben ohne Gewähr.

Ziele definieren

Zuerst muss man sich klar werden, was man eigentlich will!

Dabei sind mir folgende Erkenntnisse gekommen:

  • Anfangs sah ich alles vorhandene als gegeben an und inkludierte es nicht in die Ziele. Friede zum Beispiel. Ich will keinen Krieg und nicht auf der Straße Angst haben müssen. Das ist ein Ziel für das ich eintreten möchte.
  • Man orientiert sich gerne nach oben. Wenn man eine kleine Wohnung hat, wünscht man sich eine Große, dann eine sehr Große, dann ein Penthouse. Aber braucht man das wirklich? Steigert es das Wohlbefinden tatsächlich so stark, dass ich darin all meine Energie stecken will? Oder wohne ich lieber in einer kleinen Wohnung und hab noch Zeit zum malen, lesen, Yoga, Freunde treffen, Fußball spielen, etc.

meine groben Ziele:

  1. schönes Leben: Friede, Freude, Eierkuchen (Essen, Wohnen, Gesundheit), Freunde, Familie, Selbstverwirklichung, Weiterentwicklung, Erfahrungen.
  2. Sicherheitspuffer für: Arbeitslosigkeit, Unfall, Krankheit, Katastrophen (3. Weltkrieg, Hyperinflation, etc)
  3. Geld für spätere Investitionen: Urlaub, Hauskauf, Alter, etc.

Ziele erreichen

Wie erreiche ich nun diese Ziele?

  1. schönes Leben:
    • Friede:
      • Selbst friedlich sein. Fair sein.
      • Außerdem bedarf es hier eines funktionierenden, sozialen, pazifistischen Staats und einer ebensolchen Gesellschaft.
        • Dafür bezahle ich Steuern und lenke durch Wahl entsprechender Parteien. Auch Sozialhilfe, etc sorgt z.B. auch dafür dass es weniger Kriminalität gibt. Dafür bezahle ich gerne Steuern.
        • Ich wende keine Steuertricks an. Ich will ja fair behandlet werden und nicht, dass mit mir jemand rumtrickst, also mache ich das auch nicht. Der Staat ist mein Freund, nicht mein Feind.
        • Ich lenke den Staat zusätzlich durch gezielte Spenden an Parteien und Lobbyisten (z.B. Greenpeace).
      • Ich kaufe bei kleineren Firmen um das Geld (= Macht) breit zu streuen und so der Ausbeutung der Menschheit durch Megakonzerne und wenige Reiche entgegenzuwirken. – Das bewahrt den sozialen Frieden einer Gesellschaft.
      • Ich spende am Ende eines jeden Jahres an die Organisationen, die meiner Meinung nach etwas Gutes im Laufe des Jahres getan haben. Hier bietet sich an einen bestimmten Prozentsatz des Jahresgewinns zu veranschlagen, z.B. 10%.
    • Freude:
      • Für mich heißt das: In die Natur und die Berge fahren. Singen. Freunde treffen. Theater spielen. usw. Dazu bedarf es einer intakten Natur und Kultur um mich rum. Dafür kann ich persönlich sorgen und auch Geld verwenden (z.B. Spenden an Greenpeace, die Bücherei, etc).
      • Ich spende am Ende eines jeden Jahres an die Organisationen, die meiner Meinung nach etwas Gutes im Laufe des Jahres getan haben.
      • Natur und Menschen Gutes tun:
        • Ich kaufe Bio Essen damit die Bauern und die Umwelt nicht mit Dünger, Monokulturen, Gentechnik verseucht wird.
        • Ich versuche auch andere Produkte (z.B. Kleidung) möglichst bio und fair zu kaufen.
        • Ich esse Fleisch nur, wenn ich wirklich einen großen Wohlbefindens-Mehrwert daraus ziehe.
        • Ich fahre Rad und Bahn um den Energieverbrauch gering zu halten. Ich versuche auch sonst Energie zu sparen.
      • Außerdem ist natürlich wichtig, dass ich in der Arbeit Freude spüre, denn damit verbringe ich ja einen Großteil meiner Lebenszeit! Meine Arbeit sollte mir also ebenso viel Freude machen wie ein Hobby. Bzw, übe ich ein Hobby aus und nebenbei fällt da netterweise noch Geld ab.
      • Und vor lauter Regeln die Freude nicht vergessen: Ich halte mich also nicht sklavisch an die Regeln, denn ich bin kein Sklave, auch nicht meiner selbst. 😉
    • Eierkuchen/Essen/Wohnen/Gesundheit:
      • Ich arbeite um mein Essen/Wohnen/Gesundheit zu finanzieren.
        • Mehr als eine Million Euro brauche ich aber wohl nicht, um alle meine Ziele zu erreichen.
        • Außer Geld brauche ich noch Zeit, Mut, Engagement, Energie, etc. Also nur soviel Arbeiten wie nötig um noch Zeit, etc übrig zu haben.
      • Außerdem arbeite ich um Geld für ‘2. Sicherheitspuffer’ und ‘3. Geld für spätere Investitionen’ bereitzustellen.
    • Freunde, Familie:
      • Leute treffen. Emotionen austauschen.
    • Selbstverwirklichung, Weiterentwicklung, Erfahrungen:
      • Bücher lesen. Nachdenken. VHS-Kurse. Malen. Reflektieren. uvm.
      • Ich versuche in allen Aspekten voran zu kommen. Also zum Beispiel nicht nur Geldverdienen, Essen und Schlafen, sondern auch Weiterentwicklung, Frieden stiften, Freunde treffen. usw.
      • Ich reflektiere wöchentlich wie es um mein Wohlbefinden so bestellt ist und was ich brauche.
      • Ich versuche meine Zeit nicht zu verschwenden (Internet surfen, Fernsehen, etc), denn Zeit die vergangen ist kann nicht wieder zurückgeholt werden.
  2. Sicherheitspuffer (Unfall, Katastrophen, …):
    • Da brauch ich etwas, dass ich garantiert immer gegen die benötigte Leistung eintauschen kann. Also zum Beispiel Geld.
    • Und um wirklich in jedem Fall sicher zu sein auch Gold, da es vermutlich auch im dritten Weltkrieg in dem ich auf der Flucht in Westafrika bin noch ein vernünftiges Zahlungsmittel ist – Euro-Bargeld, Siemens-Aktien und eine Wohnung in Berlin aber vermutlich nicht.
  3. Geld für spätere Investitionen (Hauskauf, Alter, …):
    • Da brauch ich etwas, dass ich später gegen das gewünschte Gut eintauschen kann. Also zum Beispiel Geld.

Vermögensanlage

Bei den Anlagen verfolge ich jeweils das Ziel, das eingesetzte Vermögen zu erhalten. Es geht nicht darum damit wirklich viel Geld zu erwirtschaften. Wäre dies der Fokus müsste ich viel mehr Zeit investieren und würde also defacto nebenher als Aktienhändler arbeiten. Das tue ich nicht.

  1. schönes Leben:
    • kurzfristige Zwischenspeicherung von Geld für den täglichen Bedarf: ein Girokonto mit etwa 1000-3000 Euro
    • Ich verwende ein kostenloses Girokonto der DKB bei dem man an fast jedem Automaten weltweit kostenlos Geld abheben kann.
  2. Sicherheitspuffer:
    • Unfall, etc: 10000 Euro auf einem Tagesgeldkonto um jederzeit schnell darüber verfügen zu können. Andere jederzeit unproblematisch kündbare Anlagen eignen sich ebenfalls.
    • Katastrophenfall: Ein paar Tausend Euro in physikalischem Gold in einem immer erreichbaren Ort. Das ist die Not-Not-Reserve für den Fall, dass über Nacht der dritte Weltkrieg ausbricht, alle Banken kollabieren oder sowas und ich trotzdem mein gebrochenes Bein wieder repariert brauche.
  3. Geld für spätere Investitionen:Ziel: Möglichst schwankungsarme Rendite von 10% jährlich vor Steuern und Inflation.
    Erreicht wird dies durch Auswahl von Wertpapieren, die folgende Kriterien möglichst gut erfüllen:

    • über die letzten 3 Jahre durchschnittlich mindestens 10% pa Rendite (10% – Steuern – Inflation – Gebühren = 3% real)
    • Schwankung geringer als Aufwärtstrend: jährliche Rendite – maximaler Verlust > 5% (Rendite von ziemlich risikoarmen Immobilienfonds)
    • steigt in allen Marktlagen
    • aktive Risikobegrenzung, sodass größerer Kapitalverlust ausgeschlossen ist (beispielsweise mit Shortoptions; Derivate sind nicht immer Teufelszeug!)
    • Um meinen Zeitaufwand gering und das Risiko begrenzt zu halten, überlasse ich die Auswahl der richtigen Einzeltitel einem Experten. Auch wähle ich möglichst keine Anlagen, die z.B. auf Biotech oder Brasilien beschränkt sind – das überlasse ich ebenfalls lieber einem Experten. Allerdings nur einem, der auch wirklich am Erfolg meiner Anlage partizipiert und beim Misserfolg mitleidet. Bei einem Bankangestellten ist das NICHT der Fall. Bei einem Fondsmanager jedoch typischerweise schon.
    • Schön wäre es außerdem würde niemand aus Steueroasen heraus operieren, es keine Korruption geben, niemand Waffen herstellen und alle lieb zueinander und zur Umwelt sein. Es gibt Fonds die versuchen dies zu berücksichtigen. Leider sieht es bei diesen Produkten aber bei der Rendite meistens eher mau aus, auch weil es nur vergleichsweise wenige Fonds in diesem Sektor gibt. Aktuell erscheint es mir effektiver eine hohe Rendite zu erwirtschaften und dann daraus möglichst viel an Greenpeace, Lobbycontrol, etc zu spenden.

    Ich verwende ein Depot bei der DAB Bank, bei dem man (da über AVL eröffnet) fast nie Ausgabeaufschläge auf Fonds zahlt. Gleiches gilt auch für dieDKB.

    Update 2014-10-7:
    Inzwischen wird es immer deutlicher dass die Kurse nicht mehr hauptsächlich vom Markt, sondern von der Politik und den Zentralbanken festgelegt werden. Das führt zu allerlei Übertreibungen und hektischem Geschehen und starken Schwankungen. Insbesondere bedeutet es aber auch, dass klassische Aussagen wie “Rentenfonds sind schwankungsarm” überholt sind. Auch da kann man innerhalb einer Woche den Gewinn der letzten paar Jahre verlieren. Flexibilität ist gefragt!
    Außerdem ist der Markt momentan ziemlich nah an seinem Maximum und wird vermutlich in nächster Zeit dort lustig rauf und runter pendeln. Es sind also Anlagen gefragt, die bei so einer Seitwärtsbewegung Rendite erzielen und flexibel auf die kurzzeitigen Schwankungen reagieren.
    Die meisten klassischen Fonds schichten ihr Portfolio 1-4x pro Jahr um. Das ist meiner Ansicht nach viel zu selten um mit den schnellen Schwankungen zurecht zu kommen. Auch gibt es aufgrunddessen in klassischen Fonds hauptsächlich die Buy&Hold-Strategie, welche eben in so einem Marktumfeld nicht die gewünschte Rendite erzielt. Deshalb habe ich mich Wikifolio zugewandt. Dort sind die meisten Fondsmanager mindestens einmal pro Woche aktiv, bzw. man kann solche die es nicht sind rausfiltern. Außerdem gibt es viele verschiedene Trading-Strategien, welche auch bei einer Seitwärtsbewegung des Gesamtmarkts eine ansehnliche Rendite erzielen.

    Diese Anlagen besitze ich aktuell, 2015-6-1:

    • Immobilienfonds – Ziel: Diversifikation des Portfolios & Risikoreduktion eines Totalverlusts. Inflationsbereinigt erwarte ich hier keinen Gewinn.
      • Wertgrund Wohn select: Wohnimmobilien in Deutschland. Mein Ziel ist hier vornehmlich der absolute Vermögenserhalt. Mit einem Immobilienfonds habe ich eine Streuung über mehrere Immobilien, keine Arbeit und keinen Ärger mit Mietern. Immobilien steigen eher nicht im Wert, ein Totalverlust ist jedoch eher unwahrscheinlich.
      • SemperReal Estate: Gewerbeimmobilien in Österreich und Deutschland.
    • Mischfonds – Ziel: kontinuierlicher Wertzuwachs und Werterhalt
    • Spekulation – Ziel: Vermögen als Einnahmequelle: Möglichst hohe Rendite, statt Einkommen aus Arbeit
    • die Zukunft ist ungewisst:
      • Deshalb haben alle Fonds und Wikifolios einen Trailing Stop Loss von 5%. Das heißt ich muss nichts unternehmen, sondern steige automatisch aus, falls der Wert unter 5% vom jemals erreichten Maximum fällt. Ich hoffe natürlich die Kurse steigen, aber da ich mir nicht 100% sicher sein kann, bin ich auch für den Fall gewappnet, dass es anders kommt – ich steige automatisch aus.
      • Außerdem habe ich mein Geld auf viele Investments verteilt. Irgendein Investment wird vermutlich nicht so gut laufen, da ist es gut, wenn man noch andere hat, die das ausgleichen! Diversifikation von Risiken: Anlageklasse, Bank, Können des Fondsmanagers, etc
    • Tagesgeld & Girokonto für den täglichen Bedarf
    • Gold als Notfallreserve

Nochmal: Keine Haftung: Alles hier ist meine Meinung und keine Anlageberatung. Ich übernehme keinerlei Haftung. Alle Angaben ohne Gewähr.